Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) stellte am 08.02.22 seine Kernempfehlungen aus dem Gutachten zur Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel vor und diese zur Diskussion. Das Gutachten formuliert in 13 verschiedenen Bereichen der Waldbewirtschaftung und Waldnutzung Handlungsempfehlungen an das Bundesministerium und relevante Entscheidungsträger. Ziel dieser Handlungsempfehlungen ist es, widerstandsfähige und anpassungsfähige Wälder zu fördern und die Leitungsfähigkeit beteiligter Betriebe zu stärken. Neben vielen anderen Themen, die im Gutachten zur Sprache kommen, spielen Maßnahmen zum Schutz des Bodens oder die Förderung nachhaltiger Holzverwendung eine Rolle.
Erfahren Sie hier mehr über das Gutachten und seine Inhalte. Die Vorstellung des Gutachtens ist hier einsehbar: https://www.youtube.com/watch?v=5vSYSY8N8XA
Quelle: FNR

Schäden an der Douglasie: Forsttrocknis

Infolge ungünstiger Abfolge von Wärme- und Kälteperioden gegen Ende des Winters und zu Beginn der Vegetationszeit sind verbreitet Absterbe-Erscheinungen bei der Douglasie zu beobachten. Dabei ist über große Teile der Krone eine Rötung der Nadeln zu erkennen. Klassische Merkmale, die auf eine Erkrankung oder einen Insektenbefall hindeuten, fehlen meist.
Die Hauptsymptome der physiologischen Nadelröte zeigen sich bei dem aktuellen Schadgeschehen vermehrt in der Oberkrone. Betroffen sind vor allem junge Pflanzen. Diese Nadelröte ist irreversibel und in der Folge nicht selten letal für die Pflanze.
Als Ursache wird davon ausgegangen, dass bei warmen, sonnigen Wintertagen und im frühen Frühjahr bei gefrorenem oder kaltem Boden ein Wasserverlust durch die Transpiration nicht durch die Wasseraufnahme über die Wurzeln ausgeglichen werden kann.
Weitere Informationen über die aktuelle Situation für Südwestdeutschland sowie Maßnahmen und Prognosen finden Sie hier.

Neuer Eichenschädling bestätigt: Eichennetzwanze erreicht Baden-Württemberg

Nach dem ersten Verdachtsfall Anfang August, bestätigt die Abteilung Waldschutz der FVA (Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg), dass die Eichennetzwanze hat Baden-Württemberg erreicht hat. Das bisher dokumentierte Ausbreitungsgebiet verteilt sich auf eine mindestens 20 Kilometer lange Strecke entlang der ICE-Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe.
Ab dem Frühjahr kann ein Befall durch hellgelb gesprenkelte Bereiche an der Blattunterseite erkannt werden. Im Hochsommer kommt es bei starkem Befall zur Vertrocknung und zu vorzeitigem Blattfall der Eiche. Auch kann es zu Absterbeerscheinungen einzelner Äste kommen. Inwiefern der neue Schädling in Kombination mit bereits vorhandenen Schadorganismen die Gefährdung der Eichen erhöht, wird in der Zukunft bewertet werden.
Die aus Nordamerika und Kanada stammende Eichennetzwanze, erstmals 2000 in Europa nachgewiesen, verbreitet sich seitdem rasant. Die FVA bittet um Meldung von Verdachtsfällen: Waldschutz.FVABW@forst.bwl.de.
Hier finden Sie den Artikel zum Nachlesen.

Hinweise zu den aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt

Der Witterungsverlauf der vergangenen Monate hat für den Wald und seine Besitzer*innen eine lange nicht mehr gekannte Entspannung gebracht. Die leider schon üblichen Winterstürme sind in diesem Jahr ausgeblieben und eine anhaltend feuchte, niederschlagsreiche Witterung sorgt für gute Wachstumsbedingungen im Wald und hält die Entwicklung der Borkenkäfer in Schach.

Trotz dieser positiven Vorzeichen muss weiter auf die Überwachung der gefährdeten Fichtenbestände geachtet und entdecktes Käferholz sollte umgehend aufgearbeitet werden.

Auf der Vermarktungsseite sorgt eine auch international starke Nachfrage nach Nadelschnittholz für enorme Preissteigerungen in diesem Bereich. Daraus resultierend konnten endlich die Verkaufspreise für Nadelrundholz auf ein erfreuliches Niveau über alle Kunden hinweg angehoben werden. Abhängig von der Stärkeklassenzusammen-setzung der angebotenen Lose können Preise von ca. 100 €/Fm für die frische Fichte B 2b+ und für Käferholz B/C 2b+ 80€/Fm und mehr erzielt werden. Diese Preise gelten für das vierte Quartal 2021.

Somit ergeben sich für Kurzentschlossene lukrative Bedingungen aufgeschobene Nutzungen umzusetzen. Der Vollständigkeit halber müssen wir an die Einhaltung der Vorschriften in Zusammenhang mit dem Forstschädenausgleichsgesetz erinnern. Um hier gesichert vorzugehen, empfehlen wir geplante Hiebe im Vorfeld mit dem zuständigen Revierleiter abzusprechen und Einvernehmen herzustellen. Der Absatz von mit anfallendem Nadelindustrieholz ist nach wie vor schwierig, aber möglich. Deshalb wird eine vorherige Absprache der Mengen mit der Geschäftsstelle empfohlen.

Die weitere Preisentwicklung in der kommenden Saison lässt sich nur schwer abschätzen, wir gehen aber von anhaltend guten Holzpreisen aus. Geplante Hiebsmengen sollten abgesprochen und koordiniert werden, um den Markt nicht ungeordnet mit Holz zu überschwemmen. Absprachen mit Einschlagsunternehmern sollten im Vorfeld getätigt werden und können über die Revierleiter oder die Geschäftsstelle organisiert werden.

Bei Fragen zu diesen Themen stehen Ihnen die Revierleiter und die Geschäftsstelle der FSL/HVG zur Verfügung.

Borkenkäfer

  • Amtlicher Allgemeiner Hinweis zur Überwachung und Bekämpfung von Nadelholz-Borkenkäfern in den Wäldern des Ostalbkreises
    Die Untere Forstbehörde im Landratsamt Ostalbkreis weist darauf hin, dass die Waldbesitzenden nach den Bestimmungen des Landeswaldgesetzes (§ 12 LWaldG i.V.m. § 14 Abs. 1 Nrn. 4, 5 LWaldG) verpflichtet sind, zur Abwehr von Waldschäden, insbesondere der Ausbreitung der Nadelholz-Borkenkäfer Buchdrucker (Ips typographus), Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), Krummzähniger Tannenborkenkäfer (Pityokteines curvidens) und Kleiner Tannenborkenkäfer (Cryphalus piceae) alle erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.
  • Alle Waldbesitzende sind aufgefordert – Raus aus dem Wald mit dem Käferholz!
  • Der Frühjahrsschwarm der Buchdrucker erfolgte in diesem Jahr ungewöhnlich spät – vielerorts kamen die Käfer aufgrund des kühlen Frühjahres erst im Juni aus ihren Überwinterungsquartieren. Nun gilt es aber umso mehr, den Fokus in allen Höhenlagen auf intensive Frischbefallskontrollen zu legen, um die Populationsdynamik in dieser Saison effizient zu unterbinden. Näheres siehe: FVA-Newsletter Borkenkäfer Südwest.
  • Erkennen, Vorbeugen und Managen von Borkenkäfer sind in der Broschüre der ForstBW oder in der Waldschutz-Info 2/2021 der Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt Baden-Württemberg beschrieben.
  • Siehe auch “Die geheime Sprache der Buchdrucker”:https://www.youtube.com/watch?v=9uIwMrpum4A

Schutz vor Zecken: Damit ein Zeckenstich nicht krank macht

Menschen in den “grünen Berufen” sind besonders gefährdet, von Zecken gestochen zu werden. Die kleinen Spinnentiere übertragen gefährliche Krankheiten. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) rät zur Impfung gegen FSME und informiert über weitere Schutzmaßnahmen. Link: https://www.svlfg.de/zeckenschutz

Notfallplan Wald

Link: https://fbghornberg.de/wp-content/uploads/2019/12/Notfallplan_Wald.pdf

Forstkammer Baden-Württemberg 

Aktuelles von der Forstkammer Baden-Württemberg