Fördermöglichkeiten für Privatwaldbesitzer

Nachhaltigkeitsprämie Wald – einmalige Flächenprämie kann beantragt werden

Aus dem Info-Brief der Forstkammer Baden-Württemberg vom 20.11.2020:

Die Bundesregierung unterstützt die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland mit finanziellen
Soforthilfen in Höhe von 500 Mio. Euro. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann ab Freitag, dem
20.11.2020 von privaten und kommunalen Forstbetrieben beantragt werden. Voraussetzung hierfür ist
eine Zertifizierung (PEFC, FSC oder vergleichbarer Standard) und eine Mindestwaldfläche von einem Hektar.
Die Zertifizierung kann bis zum 30. September 2021 nachgereicht werde. (Nachrichtlich: Die Wälder der Mitglieder der FGB Hornberg sind PEFC-zertifiziert. Hier das PEFC-Zertifikat sowie die für die Beantragung notwendige PEFC-Rechnung zum Download).

Wer wie Hilfe erhält:

  • Die Nachhaltigkeitsprämie beträgt 100 Euro pro Hektar und richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens 1 Hektar Waldfläche besitzen.
  • Die Waldprämie unterliegt jedoch der De-minimis-Regelung, wonach eine Subventionsgrenze von 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren nicht überschritten werden darf.
  • Anträge können natürliche und juristische Personen bis zum 30. Oktober 2021 stellen. (Nachrichtlich: Die für die Anträge notwendige Mitgliedsbescheinigung bei der FBG Hornberg kann bei der Vorstandschaft angefordert werden).
  • Die Antragstellung erfolgt in einem Online-Formular auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de.
  • Die Auszahlung der Prämie muss bis Ende 2021 abgeschlossen sein, da es sich um Mittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm handelt.

 

Verwaltungsvorschrift zur Förderung von Waldbesitzern

Am 17. Juli 2020 ist die Verwaltungsvorschrift “Nachhaltige Waldwirtschaft” (VwV NWW) in Kraft getreten. Ihr Ziel ist die nachhaltige Sicherung und Entwicklung der Waldfunktionen im Interesse der Allgemeinheit. Mit ihr sollen einerseits die Extremwetterereignisse in den Wäldern (Dürre, Sturm und Schädlingen) und ihre negativen Folgen für die Waldbesitzer abgemildert werden. Gleichzeitig sollen mit der VwV NWW die Weichen für eine nachhaltige Waldwirtschaft gestellt werden.

Im Zentrum der neuen Fördermaßnahmen steht die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schadholz (Teil F der VwV NWW). Der Fördersatz des letzten Jahres konnte auf nunmehr sechs Euro je Festmeter verdoppelt werden. Die in diesem Teil genannten Fördermaßnahmen stehen im Jahr 2020 auch für eine rückwirkende Beantragung bereit.

Ab sofort können Anträge auf die neu ausgerichteten Fördermaßnahmen bei der unteren Forstbehörde des Landratsamtes gestellt werden. Nachstehend will die FBG Hornberg in komprimierter Form über diese Fördermöglichkeiten informieren. Die VwV NWW mit knapp 130 Seiten kann unter dem Link VwV NWW abgerufen werden. Der offizielle Förderwegweiser des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ist unter dem Link https://foerderung.landwirtschaft-bw.de/pb/MLR.Foerderung,Lde/Startseite/Foerderwegweiser/Forstwirtschaftliche+Foerdermassnahmen abrufbar.

Da die Beantragung der Fördermaßnahmen einen nicht unerheblichen bürokratischen Aufwand darstellt bietet die FBG Hornberg ihren Mitgliedern Unterstützung bei der Beantragung an. Die FBG Hornberg hat dazu ein Merkblatt entwickelt, dass unter dem folgenden Link heruntergeladen werden kann: Merkblatt Förderrichtlinien.

Wenden Sie sich im Falle vorliegender Schadereignisse oder anderer möglicher Förderungen immer an den zuständigen Revierförster.

Was wird gefördert?

Alle Fördermaßnahmen der VwV NWW sind in die folgenden Rubriken eingeteilt:

Teil A und B (Naturnahe Waldbewirtschaftung):
Gefördert werden Pflanzen, Saatgut, Wuchshüllen, Arbeits-Aufwände, Erstellung von Gutachten bei Erstaufforstung, Wiederaufforstung, Vorbau, Eichenkulturen, Kultursicherung, Mischwuchsregulierung, Jungbestandspflege, Erstellen von Betriebsplänen.

Teil C (Gemeinschaftswald und forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse):
Gefördert werden Aufwände für FBG`n und ähnliche Zusammenschlüsse in Form von Aufwandspauschalen bei der Koordination von. Waldpflegeverträgen, Zusammenfassung von Holzangeboten, Antragsmanagement.

Teil D (Wegebau):
Gefördert werden anteilige Kosten für Wegeneu, -Wegeaus- und Wegeumbau, Wegegrundinstandhaltung und Instandhaltung von Kunstbauten (Wasserableitsysteme).

Teil E (Vertragsnaturschutz im Wald):
Gefördert werden Erhalt und Entwicklung von Altbäumen, Habitatbaumgruppen sowie strukturierte Waldinnenbereiche und Waldaußenränder, Erhaltung eichenreicher Wälder, Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung, Neuanlage von Waldbiotopen.

Teil F (Beseitigung von Extremwetterfolgen):
Gefördert werden bei Aufarbeitung von Schadholz, Transport und Lagerung von Schadholz, Entrinden sowie Hacken von Schadholz, Nasslager für Schadholz, Borkenkäfermonitoring, nach Schadereignissen: Naturverjüngung, Pflanzung, Kultursicherung, Wuchshüllen, Bewässerung, Holzlagerplätze.

Teil G (Schutz- und Erholungsfunktionen):
Gefördert werden Seilkraneinsätze, Einsatz von Rückepferden, Bodenschutzmaßnahmen.

Die detaillierte Übersicht über die Fördermaßnahmen, Fördersätze bzw. Förderpauschalen ist unter dem Link Förderpauschalen und Fördersätze abrufbar.

Wie erfolgt die Förderung?

Grundsätzlich gilt: Anträge auf Bewilligung von Förderung sind vor Beginn der Maßnahme über die zuständige Untere Forstbehörde an die Bewilligungsbehörde zu richten. Ein rückwirkende Förderung ist nur für Maßnahmen im Teil F der VwV NWW möglich. Zuständig ist die Untere Forstbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich die geförderte Fläche fällt.

Förderanträge müssen mindestens die folgenden Angaben enthalten:

  • den Namen der antragstellenden Person (und ggf. Angaben zur Größe des Unternehmens),
  • die beim zuständigen Landwirtschaftsamt vergebene Unternehmensnummer (Antragsformular Unternehmensnummer)
  • die Beschreibung des Vorhabens oder der Tätigkeit, einschließlich Angaben zum Standort sowie zum Zeitpunkt des Beginns und zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vorhabens,
  • die Angaben zur Höhe des für die Durchführung des Vorhabens oder der Tätigkeit benötigten Beihilfebetrags,
  • die Aufstellung der beihilfefähigen Kosten,
  • die Art der gewünschten Beihilfe (Zuschuss, Kredit, Garantie, rückzahlbarer Vorschuss oder Sonstiges) und
  • die Höhe der für das Vorhaben oder die Tätigkeit benötigten öffentlichen Finanzierung.

Die Antragsformulare zur Beantragung der Förderungen sind unter den nachstehenden Links abrufbar:

Merkblätter und Ausfüllhilfen können unter dem Link: https://foerderung.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Foerderwegweiser/NWW+_+Foerder_+und+Zahlungsantraege_+Unterlagen+_2014_2020_ heruntergeladen werden.

Für einen Teil der Fördermaßnahmen sind neben dem eigentlichen Förderantrag noch De-minimis-Erklärungen auszufüllen und den Anträgen beizulegen. Die entsprechenden Formulare sind unter den nachstehenden Links abrufbar:
De-minimis-Erklärung            Merkblatt für De-minimis-Beihilfen