Wald in Not! Aufruf der Forstkammer Baden-Württemberg an alle Waldeigentümer:

Schreiben Sie Ihren Abgeordneten!

Zwei Dürrejahre. Sturmschäden, Corona-Krise – diese Konstellation erdrückt den Wald und die Forstwirt­schaft. Wenn nicht schnell etwas passiert, werden wir in Baden-Württemberg große Waldflächen verlieren und viele Waldbesitzer damit ihre Einkommensgrundlage. Wir haben darum in den letzten Tagen Minister­präsident Winfried Kretschmann, Forstminister Peter Hauk, Umweltminister Franz Untersteller und Ver­kehrsminister Winfried Hermann sowie alle Landtagsfraktionen und den Landkreistag und den Städtetag angeschrieben.

Wir fordern

  • die sofortige Umsetzung der finanziellen Unterstützung für alle betroffenen Forstbetriebe,
  • die schnelle Genehmigung zusätzlicher Nass- und Trockenlagerplätze,
  • die Sicherstellung ausreichender Holztransportkapazitäten. u.a. durch die Fortführung der 44-Ton­nenregelung.

Im September 2019 haben sich viele von Ihnen an der Demonstration in Stuttgart beteiligt. Damals war unsere Forderung: “Wald in Not – handelt jetzt!” Damals haben uns Vertreter aller Landtagsfraktionen ihre Unterstützung zugesagt. Seither wurden wichtige politische Weichen gestellt und die erforderlichen Mittel genehmigt. Die zugesagten Hilfen müssen jetzt aber dringend auch bei den Waldbesitzerinnen und Wald­besitzern ankommen, damit wir handlungsfähig bleiben und die Ausbreitung der Schäden begrenzen kön­nen. Sprechen deshalb auch Sie Ihre Landtagsabgeordneten vor Ort an. weisen Sie auf die drohende Kata­strophe im Wald hin und bitten um schnelle Hilfe für die Waldbesitzer!

Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir einen Brief vorbereitet. den Sie gerne als Vorlage für Ihr Schreiben an Ihren Abgeordneten verwenden können.

 

 

Waldarbeit trotz Ausgangsbeschränkungen möglich

Trotz der bestehenden Ausgangsbeschränkungen ist Waldarbeit weiterhin möglich, wenn Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die Vorgaben zur Arbeitssicherheit sind selbstverständlich einzuhalten. Gefährliche Waldarbeiten (Motorsägenarbeiten etc.) sind grundsätzlich nur durchzuführen, wenn eine weitere Person in Ruf- oder Sichtkontakt ist. Diese Person muss bei Notfällen in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten oder einen Notruf abzusetzen. Die Alleinarbeit ist in bäuerlichen Betrieben ausnahmsweise zulässig͕, wenn es im Betrieb aufgrund von anderen Tätigkeiten nicht möglich ist, dass eine zweite Person mit vor Ort ist. In diesen Fällen ist es absolut notwendig͕, dass weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Geeignete Vorkehrungen sind beispielsweise das Tragen eines Mobiltelefons mit Notruffunktion am Körper, der Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage (PNA) bei Arbeiten mit der Seilwinde, ein Informieren von Angehörigen über den Arbeitseinsatz, den Arbeitsort und den Rückkehrzeitpunkt. Die Mitarbeit von anderen Personen ist möglich, auch wenn sie nicht dem Hausstand des Waldbesitzers angehören (z.B. Nachbarschaftshilfe). Hierbei ist aber ganz ausdrücklich auf die gebotenen Schutzmaßnahmen (Abstand mindestens 1,5 Meter und kein Körperkontakt) zu achten. Auch die Waldarbeit durch Brennholzselbstwerber ist möglich. Die Kontrolle der Wälder auf Borkenkäferbefall ist nicht nur möglich, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Die Kontrollen sind gerade in den kommenden Wochen besonders wichtig. Befallene Bäume müssen gefunden und zeitnah entnommen werden, um eine Ausbreitung der Borkenkäfer zu verhindern. Auch die weitere Aufarbeitung des Sturmholzes ist aus Gründen des Waldschutzes dringend nötig. Beachten Sie aber speziell bei der Sturmholzaufarbeitung unbedingt die Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Gehen Sie hier keine Risiken ein und beauftragen Sie im Zweifel einen Profi mit der Durchführung der Arbeiten. Die Frühjahrspflanzung zählt zu den regulären Betriebsarbeiten. Durch entsprechende Arbeitsorganisation sind aber auch hierbei Kontakte zu anderen Menschen möglichst zu vermeiden. Der Agrar- und der Landhandel sind von der Schließung von Einzelhandelsgeschäften ausgenommen. Dies gilt auch für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, die Zaunmaterial, Pflanzenschutzmittel, Forstpflanzen etc. abgeben. Infektionsschutz bei der Waldarbeit

  • Erfolgt die Waldarbeit zusammen mit Personen, die nicht dem gleichen Hausstand angehören, sollten zusätzlich zu den allgemeinen Regeln des Infektionsschutzes weiterführende Schutzmaßnahmen ergriffen und Verhaltensregeln eingehalten werden:
  • Die Fahrt in den Wald sollte getrennt erfolgen; keine hausstandsübergreifenden Fahrgemeinschaften bilden.
  • Jeder verwendet sein eigenes Werkzeug; Verwechslungen sollten ggf. durch Markierung ausgeschlossen werden.
  • Für jede Person sollte die Möglichkeit bestehen, die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife zu waschen bzw. eine regelmäßige Händedesinfektion vorzunehmen. Halten Sie möglichst mehrere Wasserkanister vor die individuell genutzt werden.
  • Halten Sie auch bei Pausen Abstand; nutzen Sie keine Waldarbeiterschutzwägen oder beengte Schutzhütten.
  • Stellen Sie bei sich selbst oder bei anderen Personen grippeähnliche Symptome fest (Husten, besondere Kurzatmigkeit, Schwäche etc.), weisen Sie sofort darauf hin und brechen Sie den gemeinsamen Arbeitseinsatz umgehend ab.

AUS: FOKA-INFO 03-2020

Notfallplan Wald

http://fbghornberg.de/wp-content/uploads/2019/12/Notfallplan_Wald.pdf

Rohholzmarkt

Der Rohholzmarkt ist aufgrund des Anfalls von Kalamitäten-Holz (Käfer- und Sturmholz) vor allem in Nord- und Mitteldeutschland, aber auch im östlichen Ausland aus Sicht der Waldbesitzer sehr angespannt. Durch das Überangebot an Rohholz sind die Preise, vor allem für Nadelholz mittlerer Qualitäten am Boden. Es bleibt in Einzelfällen sogar zu befürchten, dass unter gewissen Umständen (kleine Poltermengen, schlechte Qualitäten) ein Verkauf nicht oder nur mit sehr hohen Preisabschlägen möglich ist bzw. sein wird.

Im Bereich von Laubholz (in erster Linie Eiche) sieht die Lage weniger düster aus. Gute Qualitäten sind nach wie vor sehr gefragt und ordentlich vermarktbar.

Lesen Sie dazu den aktuellen Winterbrief vom Herbst 2019 der FSL.

Der Wald ist stehend k.o., was nun? Mitgliederversammlung der FBG-Hornberg

Am 07.11. fand in der vollbesetzten TV-Halle in Weiler i.d.B. die Mitgliederversammlung der FBG-Hornberg für das Jahr 2019 statt. Ein Jahr das geprägt war vom trockenen und heißen Sommer und einer enorm hohen Belastung auf Grund der Borkenkäferkalamität und Trockenschäden. Riesige Mengen Nadelschadholz auf der einen Seite und auf der anderen Seite Eschen- und Buchensterben. Holzpreise, die im Keller sind und wirtschaftlicher Schaden über mehrere Generationen. Herr Weiher, Leiter der Forstaußenstelle Schwäbisch Gmünd ging auf den Klimawandel ein und die Auswirkungen auf den Wald der Zukunft. Heimische Baumarten, welche auf Grund des Klimawandels eventuell eine ungewisse Zukunft haben werden. Des Weiteren ging er auf Förderungen einer naturnahen Waldbewirtschaftung vom Umbau, der Weiterentwicklung und der Wiederherstellung der Forststrukturen ein. Neben bekannten Fördermaßnahmen wird unter anderem die Kultursicherung, die Koordination von Waldpflegeverträgen, Aufarbeitung von Schadholz, sowie die Wiederaufforstung unterstützt. Herr Waizmann, Vorsitzender der Forstlichen Vereinigung Schwäbischer Limes, machte sich stark für die Zusammenschlüsse weiterer FBGs mit der FSL und appellierte, dass die Bewirtschaftung und die Vermarktung oberste Ziel sein sollten. Förderungen sind sinnvoll jedoch muss der Holzerlös die Kosten für Einschlag decken. Herr Kucher, Vorsitzender vom Bauernverband, ging auf den in der Kritik stehenden Pflanzenschutz ein und appelliert an die Politik, realistische Ziele zur Umsetzung zu definieren. Die Landwirte könnten nicht einfach einen Schalter umlegen. Umstrukturierung braucht eine Übergangszeit. Durch die Versammlung führte Bernhard Feifel, 1.Vorsitzender der FBG-Hornberg, und konnte mit Ehrungen langjähriger Mitglieder die Versammlung abrunden. Geehrt für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden: Bidlingmaier Bruno, Blessing Bernhard, Röhrle Josef, Strizelberger Michael. Für 40 Jahre wurden Bundschuh Anton, Grupp Georg, Knödler Anton, Krieg Karl und Wanner Johannes geehrt, sowie für 50 Jahre Haag Hans.

Geehrte Mitglieder bei der Versammlung 2019

Wie ging es dem Wald 2018/2019 in Baden-Württemberg?

Siehe: https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/fva_waldschutzsituation_bw_18/index_DE 

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=Hmb8o2Ab6NQ

 

Borkenkäfer

  • Alle Waldbesitzende sind aufgefordert – Raus aus dem Wald mit dem Käferholz!
  • In Anbetracht der ausgesprochen kritischen Lage ist es unbedingt erforderlich, die Ausgangspopulation für das nächste Jahr 2020 möglichst weit zu reduzieren. Deshalb muss in den betroffenen Wäldern die Schwerpunktsetzung im Herbst und Winter weiter eindeutig auf Kontrolle, Aufarbeitung und Abfuhr aller befallenen Stämme aus dem Wald liegen.
  • Erkennen, Vorbeugen und Managen von Borkenkäfer sind in der Broschüre der ForstBW oder in der Waldschutz-Info 1/2020 der Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt Baden-Württemberg beschrieben.
  • Siehe auch “Die geheime Sprache der Buchdrucker”: https://www.youtube.com/watch?v=9uIwMrpum4A 

 

Waldschutzsituation und Förderung

Aus Infodienst des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg:

Bedingt durch Vorgaben aus dem geänderten Bundeswaldgesetz sowie aus dem EU-Beihilferecht kommt es zu Änderungen im Bereich Privatwaldbetreuung und -förderung. Die Umsetzung der rechtlich erforderlichen Änderungen erfolgt im Rahmen der Forstneuorganisation in Baden-Württemberg zum 1. Januar 2020.

Im Zuge dieser Änderungen wird 2020 eine neue Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die Beratung, die Betreuung und deren Förderung im Privatwald (Privatwaldverordnung – PWaldVO) sowie eine neue Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Durchführung der Privatwaldverordnung (VwV-PWaldVO) in Kraft treten.

Zentraler Grundsatz ist, dass zukünftig eine indirekte Förderung durch vergünstigte forstliche Betreuungsleistungen nicht mehr möglich ist. Die Betreuungsleistungen müssen zukünftig auf der Basis der Gestehungskosten abgerechnet werden. Bei den Gestehungskosten handelt es sich um die vom Dienstleister festgelegten Kosten je Betreuungsstunde. Diese können zukünftig gefördert werden. Um der Strukturvielfalt und den verschiedenen Ansprüchen im Privatwald gerecht zu werden, stehen künftig zahlreiche Angebote für die Betreuung der Privatwaldbesitzenden bereit.

Weiterführende Informationen sowie die Rechtsgrundlagen, Vertragsmuster, etc. werden sukzessive auf dieser Seite veröffentlicht: www.forstbw.de/produkte-angebote/foerderung/forstliche-foerderung/

Download-Link für 8 Erklärfilme zur künftigen Privatwald-Betreuung: https://cloud.landbw.de/index.php/s/AtsG9BfCFC4FTFY

Neuorganisation der Forstverwaltung in Baden-Württemberg

Aktuelle Entwicklungen und Informationen unter: ForstBW-Neuorganisation

 

Forstkammer Baden-Württemberg 

Aktuelles von der Forstkammer Baden-Württemberg