Notfallplan Wald

http://fbghornberg.de/wp-content/uploads/2019/12/Notfallplan_Wald.pdf

Rohholzmarkt

Der Rohholzmarkt ist aufgrund des Anfalls von Kalamitäten-Holz (Käfer- und Sturmholz) vor allem in Nord- und Mitteldeutschland, aber auch im östlichen Ausland aus Sicht der Waldbesitzer sehr angespannt. Durch das Überangebot an Rohholz sind die Preise, vor allem für Nadelholz mittlerer Qualitäten am Boden. Es bleibt in Einzelfällen sogar zu befürchten, dass unter gewissen Umständen (kleine Poltermengen, schlechte Qualitäten) ein Verkauf nicht oder nur mit sehr hohen Preisabschlägen möglich ist bzw. sein wird.

Im Bereich von Laubholz (in erster Linie Eiche) sieht die Lage weniger düster aus. Gute Qualitäten sind nach wie vor sehr gefragt und ordentlich vermarktbar.

Lesen Sie dazu den aktuellen Winterbrief vom Herbst 2019 der FSL.

Der Wald ist stehend k.o., was nun? Mitgliederversammlung der FBG-Hornberg

Am 07.11. fand in der vollbesetzten TV-Halle in Weiler i.d.B. die Mitgliederversammlung der FBG-Hornberg für das Jahr 2019 statt. Ein Jahr das geprägt war vom trockenen und heißen Sommer und einer enorm hohen Belastung auf Grund der Borkenkäferkalamität und Trockenschäden. Riesige Mengen Nadelschadholz auf der einen Seite und auf der anderen Seite Eschen- und Buchensterben. Holzpreise, die im Keller sind und wirtschaftlicher Schaden über mehrere Generationen. Herr Weiher, Leiter der Forstaußenstelle Schwäbisch Gmünd ging auf den Klimawandel ein und die Auswirkungen auf den Wald der Zukunft. Heimische Baumarten, welche auf Grund des Klimawandels eventuell eine ungewisse Zukunft haben werden. Des Weiteren ging er auf Förderungen einer naturnahen Waldbewirtschaftung vom Umbau, der Weiterentwicklung und der Wiederherstellung der Forststrukturen ein. Neben bekannten Fördermaßnahmen wird unter anderem die Kultursicherung, die Koordination von Waldpflegeverträgen, Aufarbeitung von Schadholz, sowie die Wiederaufforstung unterstützt. Herr Waizmann, Vorsitzender der Forstlichen Vereinigung Schwäbischer Limes, machte sich stark für die Zusammenschlüsse weiterer FBGs mit der FSL und appellierte, dass die Bewirtschaftung und die Vermarktung oberste Ziel sein sollten. Förderungen sind sinnvoll jedoch muss der Holzerlös die Kosten für Einschlag decken. Herr Kucher, Vorsitzender vom Bauernverband, ging auf den in der Kritik stehenden Pflanzenschutz ein und appelliert an die Politik, realistische Ziele zur Umsetzung zu definieren. Die Landwirte könnten nicht einfach einen Schalter umlegen. Umstrukturierung braucht eine Übergangszeit. Durch die Versammlung führte Bernhard Feifel, 1.Vorsitzender der FBG-Hornberg, und konnte mit Ehrungen langjähriger Mitglieder die Versammlung abrunden. Geehrt für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden: Bidlingmaier Bruno, Blessing Bernhard, Röhrle Josef, Strizelberger Michael. Für 40 Jahre wurden Bundschuh Anton, Grupp Georg, Knödler Anton, Krieg Karl und Wanner Johannes geehrt, sowie für 50 Jahre Haag Hans.

Geehrte Mitglieder bei der Versammlung 2019

Wie ging es dem Wald 2018/2019 in Baden-Württemberg?

Siehe: https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/fva_waldschutzsituation_bw_18/index_DE 

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=Hmb8o2Ab6NQ

 

Borkenkäfer

  • Alle Waldbesitzende sind aufgefordert – Raus aus dem Wald mit dem Käferholz!
  • In Anbetracht der ausgesprochen kritischen Lage ist es unbedingt erforderlich, die Ausgangspopulation für das nächste Jahr 2019 möglichst weit zu reduzieren. Deshalb muss in den betroffenen Wäldern die Schwerpunktsetzung im Herbst und Winter weiter eindeutig auf Kontrolle, Aufarbeitung und Abfuhr aller befallenen Stämme aus dem Wald liegen.
  • Erkennen, Vorbeugen und Managen von Borkenkäfer sind in der Broschüre der ForstBW oder in der Waldschutz-Info 1/2019 der Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt Baden-Württemberg beschrieben.
  • Siehe auch “Die geheime Sprache der Buchdrucker”: https://www.youtube.com/watch?v=9uIwMrpum4A 

 

Waldschutzsituation und Förderung

Aus Infodienst des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg:

Bedingt durch Vorgaben aus dem geänderten Bundeswaldgesetz sowie aus dem EU-Beihilferecht kommt es zu Änderungen im Bereich Privatwaldbetreuung und -förderung. Die Umsetzung der rechtlich erforderlichen Änderungen erfolgt im Rahmen der Forstneuorganisation in Baden-Württemberg zum 1. Januar 2020.

Im Zuge dieser Änderungen wird 2020 eine neue Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die Beratung, die Betreuung und deren Förderung im Privatwald (Privatwaldverordnung – PWaldVO) sowie eine neue Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Durchführung der Privatwaldverordnung (VwV-PWaldVO) in Kraft treten.

Zentraler Grundsatz ist, dass zukünftig eine indirekte Förderung durch vergünstigte forstliche Betreuungsleistungen nicht mehr möglich ist. Die Betreuungsleistungen müssen zukünftig auf der Basis der Gestehungskosten abgerechnet werden. Bei den Gestehungskosten handelt es sich um die vom Dienstleister festgelegten Kosten je Betreuungsstunde. Diese können zukünftig gefördert werden. Um der Strukturvielfalt und den verschiedenen Ansprüchen im Privatwald gerecht zu werden, stehen künftig zahlreiche Angebote für die Betreuung der Privatwaldbesitzenden bereit.

Weiterführende Informationen sowie die Rechtsgrundlagen, Vertragsmuster, etc. werden sukzessive auf dieser Seite veröffentlicht: www.forstbw.de/produkte-angebote/foerderung/forstliche-foerderung/

Download-Link für 8 Erklärfilme zur künftigen Privatwald-Betreuung: https://cloud.landbw.de/index.php/s/AtsG9BfCFC4FTFY

 

Gemeinsame Pressemitteilung der Forstkammer BW / AG Wald / IG BAU zur Demonstration am 6. September in Stuttgart:
Klimakatastrophe im Wald – Forstleute und Waldeigentümer fordern Millionen

Stuttgart, 06.09.2019: „Vertrocknete Bäume und kahle Flächen – wer hinsieht, nimmt die dramatischen Schäden und den schlechten Gesundheitszustand unserer Wälder wahr. Der Wald leidet unter dem Klimawandel, den er selbst abmildern soll. Die gravierenden Folgen für die Branche der Forstwirtschaft und die gesamte Gesellschaft sind nicht vorhersehbar“, eröffnete Roland Burger, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg, die Kundgebung der Demonstration „Wald in Not“ heute in Stuttgart. Zur Demo aufgerufen hatte ein breites Bündnis forstlicher Verbände, bestehend aus der AG Wald Baden-Württemberg (Baden-Württembergischer Forstverein, Bund Deutscher Forstleute, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Verein für forstliche Standortskunde), der Forstkammer Baden-Württemberg Waldbesitzerverband e.V. und der IG BAU. „Die Nöte des Waldes und der im Wald Arbeitenden sind im Landwirtschaftsministerium angekommen“, erkannte Martin Schwenninger, Vorsitzender der IG BAU Baden-Württemberg dankend an. Dietmar Hellmann, Vorsitzender der AG Wald ergänzte: „Nun fordern wir die schnelle, umfassende und unbürokratische Umsetzung der von Minister Peter Hauk beim Waldgipfel Anfang der Woche vorgestellten Maßnahmen!“

Mehrere hundert Waldeigentümer, Forstamts- und Revierleiter, Forstwirte, Forstunternehmer und Waldverbündete waren gekommen, um der Notwendigkeit nach schnellem Handeln Nachdruck zu verleihen. In einem Demonstrationszug vom Arnulf-Klett-Platz über die Konrad-Adenauer-Straße und dem Charlottenplatz bis hin zum Schlossplatz waren Rufe wie „Der Wald, der geht uns alle an!“ und „Wald in Not – handelt jetzt!“ am Freitagvormittag zu hören. Bei der Kundgebung auf dem Schlossplatz waren politische Vertreter fast aller Landtags-Parteien gekommen, um sich die Anliegen der Anwesenden anzuhören und um ihre Ideen für den Wald der Zukunft vorzustellen. Aus Berlin war der Vorsitzende des Agrarausschusses des Bundestags, Alois Gerig, CDU nach Stuttgart angereist.

„Der stetige Personalabbau der letzten Jahre in den Forstverwaltungen, bürokratische Auflagen sowie die unzureichende Mittelausstattung für Förderung und Forschung verschärfen die ohnehin schwierige Situation von Forstleuten und Waldbesitzern, die sich tagtäglich für den Erhalt und die Pflege unserer Wälder einsetzen“, machte Schwenninger deutlich. „Viele Forstleute sind überlastet und kommen der Aufarbeitung der Schäden nicht hinterher. Jahrzehntelange Arbeit mit Herzblut wurde in zwei Sommern zunichte gemacht”, unterstrich Dietmar Hellmann und Roland Burger ergänzte: ”Viele private Waldeigentümer können die Aufarbeitung nicht mehr bewältigen, weil sie dafür tausende von Euro investieren müssten. Diese Schadflächen müssen wieder bewaldet werden. Hier müssen wir im Interesse der gesamten Gesellschaft, auch vor dem Hintergrund der negativen Klimaszenarien, stabile Mischwälder aufbauen und auch neue Baumarten testen. Das erfordert Man-Power und finanziellen Ressourcen.“ Der Vorsitzende der AG Wald betonte: „Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen in beängstigender Dimension, wir müssen den Wald für uns Menschen mit all seinen Funktionen – als Klimaschützer, Arbeitsplatz, Einkommensquelle, Lernort, Erholungsraum, Wasserspeicher und Luftreiniger – erhalten, dafür bedarf es jetzt eines dringenden und entschlossenen Bekenntnisses aller Ministerien zum Wald, das sich auch im Haushalt des Landes widerspiegelt. Wir fordern die Landesregierung auf, pro Jahr pro Einwohner Baden-Württembergs in den nächsten 10 Jahren jährlich mindestens 5 € in die Hand zu nehmen, um die Wälder von morgen klimafit zu machen.“

Die Spuren, die der Klimawandel in unseren Wäldern hinterlässt, bleiben auch den Bürgern nicht unbemerkt. „Das Gesicht des Waldes wird sich ändern. Aber wir Forstleute und Waldeigentümer setzen uns dafür ein, dass unsere Nachkommen einen genauso vielfältig wertvollen Wald vorfinden werden, wie wir ihn von unseren Vorfahren geerbt haben. Doch dafür braucht es den Rückhalt aus der Politik und der Gesellschaft“, waren sich die Organisatoren der Demonstration einig. „Uns geht es darum, dass unsere Wälder trotz extremer Hitze- und Dürrejahre auch in Zukunft grün bleiben, wachsen werden und für Mensch und Tier gleichermaßen Lebensgrundlage sein können.“ Auf den Flugblättern wurde die Botschaft der Demonstration den Passanten mitgegeben: „Investitionen in den Wald sind Investitionen in den Klimaschutz und in die Zukunft unserer Enkelkinder!“

Jetzt sei es an der Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen für einen gesunden Wald der Zukunft zu schaffen. Die Landesregierung muss jetzt sofort und entschlossen handeln!

Die Demonstration fand an verschiedenen Stellen Erwähnung in der Presse, so beispielsweise hier:

–          https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Buendnis-demonstriert-in-Stuttgart-fuer-Rettung-der-Waelder,wald-demo-stuttgart-100.html

–          https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNTA1OTE/

–          https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.demonstration-in-stuttgart-wir-muessen-den-wald-fuer-uns-menschen-erhalten.e3c5e04f-c076-4b2f-9a27-b0cb947c8ae2.html

–          https://www.zvw.de/inhalt.stuttgart-demo-fuer-den-wald-teilnehmer-fordern-schnelle-hilfe.89e48fce-c81d-47f5-b41c-bb6cf24c39e3.html

 

Neuorganisation der Forstverwaltung in Baden-Württemberg

Aktuelle Entwicklungen und Informationen unter: ForstBW-Neuorganisation

 

Forstkammer Baden-Württemberg 

Aktuelles von der Forstkammer Baden-Württemberg