Jahreshauptversammlung 2020

Corona wirft – wie derzeit auf das gesamte gesellschaftliche Leben in Deutschland – auch seine Schatten auf das Vereinsgeschehen der FBG Hornberg. Vorstandschaft und Beirat haben in einer Sitzung Anfang Oktober beschlossen, die jährliche Hauptversammlung nicht stattfinden zu lassen. Bei über 400 Mitgliedern hätte der Verein keine Versammlungsräumlichkeit gefunden, die mit vertretbarem finanziellen und organisatorischem Aufwand in Frage gekommen wäre. Wie richtig diese Entscheidung war, zeigen nicht zuletzt die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung.

Vorstandschaft und Beirat haben sich bereit erklärt, ihre bisherigen Aufgaben und Ämter bis auf Weiteres auszuüben. Dies ist aus Sicht der Satzung der FBG Hornberg möglich.

Wie wichtig gerade in der jetzigen Zeit eine solche Versammlung gewesen wäre ist der Vorstandschaft und dem Beirat sehr wohl bewusst. Klimawandel und die damit einhergehenden Veränderungen für die Lebensbedingungen der Wälder verändern sich schneller als befürchtet. Die Anpassung der Wälder an ein wärmeres und vor allem trockeneres Klima stellt die Waldeigentümer vor enorme Herausforderungen. Dabei ist der Ostalbkreis im Vergleich zu anderen Regionen in Baden-Württemberg, ganz zu schweigen von Gebieten in anderen Bundesländern, noch einigermaßen glimpflich davongekommen. Dennoch zeigen die sich im Keller befindlichen und bei weitem nicht auskömmlichen landesweiten Rohholz-Preise die wirtschaftliche Dramatik – auch für die Mitglieder der FBG Hornberg.

Um den wirtschaftlichen Schaden der Waldeigentümer einigermaßen in Grenzen zu halten, hat das Land Baden-Württemberg ein umfangreiches Förderprogramm „Nachhaltige Waldwirtschaft“ aufgelegt. Damit sollen nicht nur Schäden aufgrund von Extremwetter-Ereignissen gemildert, sondern es sollen auch Maßnahmen für eine nachhaltige Walderhaltung, Waldpflege und einen raschen Wechsel der Baumarten gefördert werden. Die Einzelheiten können auf unserer Homepage unter http://fbghornberg.de/mitteilungen/foerdermoeglichkeiten-fuer-privatwaldbesitzer/ abgerufen werden.

Eine wichtige organisatorische Veränderung für die hiesigen Waldeigentümer ist die geplante Gründung einer Holzvermarktungsgemeinschaft mit den Kreisen Rems-Murr, Schwäbisch Hall und Ostalbkreis. Der wichtigste Vorteil einer solchen genossenschaftlichen Vereinigung ist der wesentlich größere Umfang des Rohholzvolumens von 200 bis 250 TFm und der damit einhergehenden stärkeren Marktposition. Dies wird sich positiv auf die erzielbaren Rohholzpreise auswirken und damit den Mitglieder der FGB Hornberg zugutekommen.

Zusammen mit der Forstkammer Baden-Württemberg und dem Deutschen Forstwirtschaftsrates fordert die FGB Hornberg zum einen eine vereinfachte und entbürokratisierte Förderpolitik des Landes sowie eine Honorierung der Waldeigentümer für den gesamtgesellschaftlichen Beitrag für den Klimaschutz und die zahlreichen Erholungsfunktionen ihrer Wälder.

 

Waldarbeit trotz Ausgangsbeschränkungen möglich

Trotz der bestehenden Ausgangsbeschränkungen ist Waldarbeit weiterhin möglich, wenn Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die Vorgaben zur Arbeitssicherheit sind selbstverständlich einzuhalten. Gefährliche Waldarbeiten (Motorsägenarbeiten etc.) sind grundsätzlich nur durchzuführen, wenn eine weitere Person in Ruf- oder Sichtkontakt ist. Diese Person muss bei Notfällen in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten oder einen Notruf abzusetzen. Die Alleinarbeit ist in bäuerlichen Betrieben ausnahmsweise zulässig͕, wenn es im Betrieb aufgrund von anderen Tätigkeiten nicht möglich ist, dass eine zweite Person mit vor Ort ist. In diesen Fällen ist es absolut notwendig͕, dass weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Geeignete Vorkehrungen sind beispielsweise das Tragen eines Mobiltelefons mit Notruffunktion am Körper, der Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage (PNA) bei Arbeiten mit der Seilwinde, ein Informieren von Angehörigen über den Arbeitseinsatz, den Arbeitsort und den Rückkehrzeitpunkt. Die Mitarbeit von anderen Personen ist möglich, auch wenn sie nicht dem Hausstand des Waldbesitzers angehören (z.B. Nachbarschaftshilfe). Hierbei ist aber ganz ausdrücklich auf die gebotenen Schutzmaßnahmen (Abstand mindestens 1,5 Meter und kein Körperkontakt) zu achten. Auch die Waldarbeit durch Brennholzselbstwerber ist möglich. Die Kontrolle der Wälder auf Borkenkäferbefall ist nicht nur möglich, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Die Kontrollen sind gerade in den kommenden Wochen besonders wichtig. Befallene Bäume müssen gefunden und zeitnah entnommen werden, um eine Ausbreitung der Borkenkäfer zu verhindern. Auch die weitere Aufarbeitung des Sturmholzes ist aus Gründen des Waldschutzes dringend nötig. Beachten Sie aber speziell bei der Sturmholzaufarbeitung unbedingt die Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Gehen Sie hier keine Risiken ein und beauftragen Sie im Zweifel einen Profi mit der Durchführung der Arbeiten. Die Frühjahrspflanzung zählt zu den regulären Betriebsarbeiten. Durch entsprechende Arbeitsorganisation sind aber auch hierbei Kontakte zu anderen Menschen möglichst zu vermeiden. Der Agrar- und der Landhandel sind von der Schließung von Einzelhandelsgeschäften ausgenommen. Dies gilt auch für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, die Zaunmaterial, Pflanzenschutzmittel, Forstpflanzen etc. abgeben. Infektionsschutz bei der Waldarbeit

  • Erfolgt die Waldarbeit zusammen mit Personen, die nicht dem gleichen Hausstand angehören, sollten zusätzlich zu den allgemeinen Regeln des Infektionsschutzes weiterführende Schutzmaßnahmen ergriffen und Verhaltensregeln eingehalten werden:
  • Die Fahrt in den Wald sollte getrennt erfolgen; keine hausstandsübergreifenden Fahrgemeinschaften bilden.
  • Jeder verwendet sein eigenes Werkzeug; Verwechslungen sollten ggf. durch Markierung ausgeschlossen werden.
  • Für jede Person sollte die Möglichkeit bestehen, die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife zu waschen bzw. eine regelmäßige Händedesinfektion vorzunehmen. Halten Sie möglichst mehrere Wasserkanister vor die individuell genutzt werden.
  • Halten Sie auch bei Pausen Abstand; nutzen Sie keine Waldarbeiterschutzwägen oder beengte Schutzhütten.
  • Stellen Sie bei sich selbst oder bei anderen Personen grippeähnliche Symptome fest (Husten, besondere Kurzatmigkeit, Schwäche etc.), weisen Sie sofort darauf hin und brechen Sie den gemeinsamen Arbeitseinsatz umgehend ab.

AUS: FOKA-INFO 03-2020

 

Notfallplan Wald

Link: http://fbghornberg.de/wp-content/uploads/2019/12/Notfallplan_Wald.pdf

 

Rohholzmarkt

Der Rohholzmarkt ist aufgrund des Anfalls von Kalamitäten-Holz (Käfer- und Sturmholz) vor allem in Nord- und Mitteldeutschland, aber auch im östlichen Ausland aus Sicht der Waldbesitzer sehr angespannt. Durch das Überangebot an Rohholz sind die Preise, vor allem für Nadelholz mittlerer Qualitäten am Boden. Es bleibt in Einzelfällen sogar zu befürchten, dass unter gewissen Umständen (kleine Poltermengen, schlechte Qualitäten) ein Verkauf nicht oder nur mit sehr hohen Preisabschlägen möglich ist bzw. sein wird.

Im Bereich von Laubholz (in erster Linie Eiche) sieht die Lage weniger düster aus. Gute Qualitäten sind nach wie vor sehr gefragt und ordentlich vermarktbar.

Lesen Sie dazu den aktuellen Winterbrief vom Herbst 2019 der FSL.

 

Borkenkäfer

  • Alle Waldbesitzende sind aufgefordert – Raus aus dem Wald mit dem Käferholz!
  • In Anbetracht der ausgesprochen kritischen Lage ist es unbedingt erforderlich, die Ausgangspopulation für das nächste Jahr 2020 möglichst weit zu reduzieren. Deshalb muss in den betroffenen Wäldern die Schwerpunktsetzung im Herbst und Winter weiter eindeutig auf Kontrolle, Aufarbeitung und Abfuhr aller befallenen Stämme aus dem Wald liegen.
  • Erkennen, Vorbeugen und Managen von Borkenkäfer sind in der Broschüre der ForstBW oder in der Waldschutz-Info 1/2020 der Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt Baden-Württemberg beschrieben.
  • Siehe auch “Die geheime Sprache der Buchdrucker”:https://www.youtube.com/watch?v=9uIwMrpum4A

 

Neuorganisation der Forstverwaltung in Baden-Württemberg

Aktuelle Entwicklungen und Informationen unter: ForstBW-Neuorganisation

 

Forstkammer Baden-Württemberg 

Aktuelles von der Forstkammer Baden-Württemberg